• Der Tod des Nazareners
  • Mit monotonem Ton, monoton
    Zog das lange Ende der hölzernen Bürde in seinem Genick
    Eine schwere, zittrige Linie
    In den Staub.
    - "Setzt ihm eine Dornenkrone auf!"
    Und der endlose Ton des langen Endes der Bürde Spann
    Im Fieberwahn seiner Schmerzen
    Einen feurigen Faden.
    - "Los, Nazarener, los!"
    Von dem Erbarmen, das er in der Seele trug
    Ward er weich
    Und wie ein stolzer Schwan
    Sah er sich selbst in Klarheit
    - "Peitschet ihn aus!"
    Die ledergeflochtenen Riemen
    Sausten herab.
    Und der unendliche rote Strick
    Lief
    Der Länge lang
    Vom großen Knoten zurück.
    - "Los, Nazarener, los!"
    Aus der Reihe der lärmenden Zuschauer
    Ging Lazarus
    Schritt für Schritt seinen Weg, die Hände
    hinter dem Rücken
    zusammengelegt.
    Und seine Seele fand er frei
    Von dem großen Kummer der drückendenVerpflichtung:
    - "Aber er selbst hat es ja nicht gewollt, sonst hätte er gekonnt!"
    Der kurze Himmel stürzte ein
    Unter dieser Last
    Über den anhebenden Klagelauten in der Stille des Leids.
    Die
    Trauernden traten auf die Grabhügel
    Und Sonne und Mond
    Fielen
    Zusammen.