• NOCH DENKE ICH AN JENEN RABEN...
  • Für Esmâil Choii

    Noch
    denke ich an jenen Raben über den Tälern von Jusch
    Mit seiner schwarzen Schere
    über dem gelbgebrannten Korn
    und seinem doppelten Rauschen
    schnitt er von dem matten, papierenen Himmel
    einen schiefen Bogen
    und wenn er sich an den nahen Berg wandte
    mit dem trockenen Krächzen seiner Kehle

    sagte er etwas

    das die Berge

    unduldsam

    unter der gleißenden Sonne

    später noch
    staunend wiederholten
    in ihren steinernen Häuptern.
    Manchmal frage ich mich
    was hat ein Rabe noch zu sagen
    mit jener streng-unnachgiebigen Gegenwart
    wenn er
    zur Mittagszeit
    mit seiner eindringlichen Trauerfarbe
    überm gelbgebrannten Korn die Flügel breitet
    und hinüberzieht
    über die Wipfel der Silberpappeln;
    was hat er noch zu sagen
    mit jenem wütenden Kreischen
    gerade den greisen Bergen
    in der Mittagsglut eines Sommertags
    daß diese schläfrigen Einsiedler
    es einander noch lange
    wiederholen?
    September 1975


    Übersetzer: F. Showghi